Im Schokoparadies: So einfach geht eine vegane Schokotorte

by gruenartig

Kombinationsgabe: Laut Duden die besondere gedankliche Fähigkeit, Dinge miteinander sinnvoll zu kombinieren. Da dieses Wort auf die logische Verknüpfung von thematischen Zusammenhängen abzielt, schreibe ich mir selbst eher eine Kombinationsgabe im übertragenem Sinne zu: In Bezug auf die Kreation harmonischer Einheiten aus den verschiedensten Süßigkeiten mit möglichst hohem Kaloriengehalt. Ja, vielleicht habe ich ein Talent dazu, verborgene Geschmackserlebnisse aus Schokoladen, Früchten und Nüssen zu erkennen und durch sinnvolle Neu-Anordnung ein noch leckererererereres Ergebnis zu schaffen. Was jetzt hochtrabend klingt, läuft in der Realität so ab: “Boah – lecker! Schmeckt bestimmt auch gut zu Schokoladencreme…” So geschehen mit zwei einzelnen veganen Rezepten, die zusammen eine so vertraute Einheit in Form von Schokotorte ergeben, dass ich ihnen gerne die Steuerklasse 4 übertragen würde.

 

Ausgangspunkt dieser Liebesbeziehung zwischen Schokocreme und Schokokuchen bildet das Dessert meiner lieben Schwester. Sie hatte auf Chefkoch.de ein einfaches Rezept für vegane Mousse au Chocolat gefunden. So simpel, dass ich dem Ergebnis zunächst nicht trauen wollte. Nur Seidentofu, Zartbitter-Schokolade und Vanillezucker? Ja, klar – schmeckt bestimmt toll… Wie so oft in der veganen Küche wurde ich eines besseren belehrt: Das Dessert schmeckte nicht nur mir, sondern auch der gesamten Familie und gehört inzwischen zum einfachen Nachtisch-Standard. Das Mousse wird allerdings nicht so fluffig, wie man es vom Namensgeber erwarten würde, sondern ist eher Schnittfest. Was mich dann wiederum auf eine neue Idee brachte: Könnte man es nicht auch für eine Schokotorte verwenden?

 

Schnittfeste Schokocreme für die Torte - ohne Gelatine!

Schnittfeste Schokocreme für die Torte – ohne Gelatine!

 

Einige Zeit später war ich auf der Suche nach einem einfachen Schokokuchen Rezept. Ohne Schnickschnack. Fündig wurde ich mal wieder auf Cakeinvasion – ein Kuchen der saftig, aber nicht matschig war. Einen, den man einfach mit dem Schneebesen zusammenrührt und deren Zutaten bei mir immer im Haus sind. Auch wenn meine Gäste voll des Lobes waren, ratterte es in meinem Kopf weiter. Irgendetwas fehlt – da muss doch noch MEHR gehen? Und zack – meine Kombinationsgabe hat zugeschlagen: Schokotorte Reloaded.

 

Rezept für die vegane Schokotorte

 

Schokokuchen Boden

(leicht abgewandelt nach Originalrezept von Cakeinvasion)

  • 200g Mehl
  • 40g Back-Kakaopulver
  • 200g Rohrohrzucker
  • 240ml Wasser
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 80ml Öl
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver

Backofen auf 175°C Unter-/ Oberhitze vorheizen.

Das mit dem Sieben von Mehl und Kakaopulver im Originalrezept kann man sicherlich machen, wenn man Zeit hat. Ungeduldige Schokojunkies (wie ich) hauen einfach alle Zutaten in eine große Schüssel und mixen das ganze etwas mit dem Schneebesen durch. NICHT zu lange rühren – kleine Klümpchen ignorieren. Bei veganem Kuchen gilt immer: Je länger man rührt, desto zäher und kompakter wird er. Und genau das wollen wir ja nicht.

Die Masse in eine runde Springform füllen und ca. 45 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Abkühlen lassen und die Schokocreme vorbereiten.

Schoko-Creme

(leicht abgewandelt nach Orignalrezept von Nutzer xvegandhix auf Chefkoch.de)

  • 400g Seidentofu (eine Packung von Taifun)
  • 200g Zartbitterschokolade
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • ein paar Tropfen Vanillearoma

Den Seidentofu mit einem Handrührgerät und Vanillezucker zu einer geschmeidigen Masse verrühren, bis er richtig schön cremig ist. Währenddessen die Zartbitterschokolade über dem Wasserbad schmelzen und dann in die Tofu-Creme rühren. Dann auch das Vanillearoma nach Geschmack dazugeben.

 

Macht sich gut auf jeder Kaffeetafel - die vegane Schokotorte

Macht sich gut auf jeder Kaffeetafel – die vegane Schokotorte

 

Die Creme über den ausgekühlten Boden (am besten mit einem Tortenring drumherum) verteilen und im Kühlschrank durchkühlen lassen, damit die Creme richtig schön fest wird. Das dauert ca. 1 Stunde, gerne auch über Nacht, denn dann zieht der Kuchen noch ein bisschen Feuchtigkeit nach und wird noch besser.

Lasst euch die Schokotorte schmecken!

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16 comments

Jenni 5. April 2016 - 8:00

Hallo Jasmin!

Diese Schokotorte sieht wirklich umwerfend aus! 🙂
Ich glaube, ich habe die von dir beschriebene Kombinationsgabe ebenfalls – jedenfalls verbiete ich mir selbst nach der Kreation neuer Torten das Nachrechnen der Kalorien. 😉
Aber solange es sich um “gute” Kalorien handelt, ist das ja auch eher zweitrangig, finde ich. (Überhaupt: Dieses ganze Kalorienzählen finde ich furchtbar.)

Ich backe mich derzeit auch fröhlich-fleißig durch Schokoladenträume (davon gibt es demnächst auch einige Inspirationen auf dem Blog) – denn ich finde, Schokolade geht immer. Die mag jeder und es schmeckt eigentlich immer gut.

Liebe Grüße
Jenni

Reply
gruenartig 5. April 2016 - 9:26

Hi Jenni,
ich glaube unser Talent ist unter Frauen sogar recht verbreitet 😉 Und recht hast du: Kalorien zählen ist absolut unnötig.
Oooh, dann freue ich mich jetzt schon auf deine Schoko-Inspirationen demnächst 🙂 Wird bestimmt lecker!
Liebe Grüße
Jassi

Reply
Sharon 22. April 2016 - 17:02

Hallo Jassi,
Dein Schokokuchen sieht super lecker aus! Und jetzt habe ich Hunger auf Scheik bekommen 🙂
Liebe Grüße,
Sharon

Reply
gruenartig 25. April 2016 - 9:49

Hi Sharon,
danke 🙂 Dann musst du ihn wohl ganz schnell nachbacken 😉
Liebe Grüße
Jassi

Reply
Birgit Pferdmenges 3. Februar 2017 - 20:17

Hallo Jasmin!
Meinst du, es wäre möglich, den Boden in zwei Hälften zu schneiden, und die Creme als Füllung zu benutzen? Ich möchte den Kuchen zum 75. Geburtstag mitnehmen, und da soll er doch Eindruck machen 🙂
Liebe Grüße, Biggi

Reply
gruenartig 3. Februar 2017 - 20:23

Hallo Biggi,
ich bin ziemlich sicher, dass das klappt. Der Boden wird hoch genug und lässt sich mit etwas Geschick bestimmt gut in zwei Hälften teilen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg damit und guten Appetit.
Liebe Grüße
Jassi

Reply
Birgit Pferdmenges 3. Februar 2017 - 20:46

Hallo Jasmin!
Danke für die schnelle Antwort. Wenn alles klappt, werde ich dir mein Ergebnis mitteilen. Liebe Grüße

Reply
Biggi 18. Februar 2017 - 22:25

Hey Jasmin!
Hab die Torte heute das dritte Mal gebacken. Sie ist wirklich klasse. Nur das Teilen des Bodens hat leider nicht geklappt. Danke für das Rezept.
Liebe Grüße, Biggi

Reply
Tina 17. August 2017 - 14:08

Das Rezept hört sich wirklcih köstlich an.
Kannst du mir eine Schokolade empfehlen?

Dakeschön

Reply
gruenartig 17. August 2017 - 14:34

Hallo Tina,
ich benutze für die Torte am liebsten die Zartbitterschokolade von Lidl (Fin Carré). Aber jede andere Zartbitterschokolade müsste genauso gut funktionieren.
Viel Spaß beim Backen und liebe Grüße
Jassi

Reply
Victoria Fortunato 1. Mai 2018 - 0:32

Hallöchen!
Tolles Rezept
Ich könnte mir vorstellen, dass eine Kaffeenote hervorragend passen würde!
Wie kann ich d. Seidentofu schnittfest machen ohne Schokolade? Dann würde ich Espresso oder löslichen Kaffee in d. Seidentofu geben…
Freue mich sehr auf deine Antwort!!
Grüssle Victoria

Reply
gruenartig 21. Juni 2018 - 11:18

Liebe Victoria,
bitte entschuldige die späte Rückmeldung – durch meinen Aufenthalt in Kanada sind leider ein paar Nachrichten hintenüber gefallen. Zu deiner Frage: Um den Seidentofu ohne Schokolade schnittfest zu bekommen, solltest du eine andere Form von “schnittfestem” Fett untermischen. Zum Beispiel reine Kakaobutter oder Palmin/Kokosfett. Dann sollte es zumindest frisch aus dem Kühlschrank kommend schön fest sein (wie es z.B. auch beim “Kalten Hund” der Fall ist). Halte mich gern auf dem Laufenden, wenn du es ausprobiert hast.
Liebe Grüße
Jassi

Reply
Katharina 6. April 2019 - 15:31

Hallo! Ich habe die Torte so eben auch zum 2. Mal gebacken. Folgende Erkenntnisse möchte ich noch ergänzen:
Ersetzt man das Wasser durch (koffeinfreien) Kaffee und streut etwas Kaffee in den Teig (ich habe auch gem. Mandeln dazugegeben), schmeckt der Boden etwas “tiefer”. Ohne fand ich den starken Mehlgeschmack etwas störend. Zur Hilfe des Backpulvers hab ich etwa 1 EL Zitronensaft ergänzt. Und die Creme um etwas braunen Zucker (beim ersten Mal Agavendicksaft ergänzt). Insgesamt lässt sich sagen, dass die Torte am 2. Tag nochmal geiler schmeckt als frisch! Und sie hält sich lange saftig und frisch, sehr lecker! Lieben Dank für das tolle Rezept!!!

Reply
gruenartig 8. April 2019 - 15:53

Liebe Katharina,
vielen Dank für deine Anmerkungen – die klingen alle gut und sinnvoll.
Das mit dem Kaffeepulver werde ich beim nächsten Mal auch ausprobieren 🙂
Liebe Grüße
Jassi

Reply
Nadine 21. Juni 2019 - 16:57

wow total lecker …. der Boden fluffig und die Creme super … lg aus Kleve, Nadine

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gruenartig 21. Juni 2019 - 17:00

Danke, das freut mich sehr!

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